Utilitarismus

von sophilos

Der Utilitarismus (von lat. ‚utilitas‘ Nutzen) ist eine normative Ethik, in der eine Handlung danach bewertet wird, ob sie im Vergleich mit ihren Handlungsalternativen den größten Nutzen hervorbringt. Der Utilitarismus ist eine konsequentialistische und hedonistische, jedoch altruistische Ethik.

Im Utilitarismus wird im Hinblick auf die vorausgesetzte Werttheorie unterschieden – zwischen hedonistischem und ideellem Utilitarismus.

Der hedonistische Utilitarismus findet sich vornämlich bei Jeremy Bentham. Bentham anerkennt nur das Erleben von Lust als positiven Wert. Das Erleben von Lust, steht bei ihm synonym für Glück, welches für ihn wiederum den Nutzen repräsentiert. Benthams Nutzenprinzip lautet dementsprechend wie folgt: Mit dem Prinzip des Nutzens ist das Prinzip gemeint, das jede beliebige Handlung gutheißt oder missbilligt entsprechend ihrer Tendenz, das Glück derjenigen Partei zu erhöhen oder zu vermindern, um deren Interessen es geht.

J. S. Mill differenziert zwischen verschiedenen Formen von Lust, er argumentiert, dass jegliche geistige Freude einem größeren körperlichen Lustempfinden vorzuziehen sei: Lieber ein unzufriedener Sokrates als ein glückliches Schwein. Diese Position ist als ideeller Utilitarismus bekannt geworden.

Darüber hinaus unterscheidet man zwischen Handlungs- und Regelutilitarismus.

Der Handlungsutilitarismus beurteilt jede einzelne Handlung direkt nach den aus ihr folgenden zu erwartenden Konsequenzen. Dabei wird keine Rücksicht darauf genommen, welche Art von Handlung vorliegt, z.B. wird das Brechen eines Versprechens je nach zu erwartenden Konsequenzen als nützlicher erachtet als das Halten von ebenjenem.

Beim Regelutilitarismus wird die einzelne Handlung danach bewertet ob sie mit Handlungsregeln übereinstimmt. Demzufolge ist eine Handlung richtig, die einer Handlungsregel folgt, die im Vergleich zu anderen Regeln die nützlichsten Folgen hat.

Eine populäre Variante des Utilitarismus stellt der Präferenzutilitarismus dar. Während verschiedene Strömungen des Utilitarismus die Minimierung von Leid bzw. die Maximierung von Lust durchzusetzen versuchen, sucht der Präferenzutilitarismus nach der bestmöglichen Übereinstimmung der Präferenz eines Wesens mit den Auswirkungen einer Handlung. Präferenz bezieht sich dabei auf jedes Interesse eines Wesens. Diese moderne Form des Utilitarismus wurde von Peter Singer etabliert.