Über das Angeborene der Sprache

von sophilos

Was ist eine natürliche Sprache? Betrachten wir menschliche Verständigungssysteme, so sind natürliche Sprachen jene, die über zumindest 2 Generationen hinweg entwickelt wurden, sowie von Kindern als Erst- bzw. Muttersprache erworben werden  (auch Gebärdensprachen erfüllen dieses Kriterium). Es ist bis zuletzt unklar, ob andere Lebewesen bzw. Maschinen natürliche menschliche Sprachen erlernen können. Geht man allerdings davon aus, dass natürliche Sprachen aus einer Universalgrammatik hervorgehen, scheint es zumindest zweifelhaft bis hin zu unmöglich und so wird in der Linguistik bisweilen davon ausgegangen, dass ein solches Erlernen nicht möglich ist.

Doch stellt sich immer noch die Frage ob die Sprache nun tatsächlich aus einer genetischen Prädisposition, wie sie die Universalgrammatik annimmt, oder aus einem Erlernen hervorgeht. Ist sie also nur generisch einzigartig, also durch den Prozess des Erlernens, oder genetisch einzigartig, also ein Teil unserer biologischen Ausstattung? Niemand würde annehmen, dass wir, nur weil wir Kleider tragen und unser Essen kochen, auch mit einer genetischen Prädisposition für dieses Verhalten ausgestattet sind.

It might be just as difficult to induce intelligent apes to adopt these human peculiarities on their own initiative as to get them to learn language. So it is hardly valid to use the linguistic shortcomings of Washoe and Sarah [Schimpansen] as evidence for the genetic uniqueness of human language. (Widdowson 2000: 12)

Um dieses Problem zu diskutieren wird versucht anderen Spezies unsere Sprache beizubringen. Diesem Versuch liegt die Annahme zugrunde, dass auch andere Spezies grundsätzlich die Fähigkeit haben eine natürliche Sprache zu erlernen und nur aufgrund von umweltbedingten Einflüssen dieser nicht mächtig sind. Wir müssen also versuchen, anstatt Verhalten nur zu beobachten, Verhalten auszulösen, anzutrainieren. Wenn nun eine Spezies eine natürliche Sprache erlernen könnte, so könnten wir die Annahme, dass Sprache eine spezifisch menschliche Eigenschaft ist ermöglicht durch irgendeinen angeborenen Apparat verwerfen. Als Versuchsobjekte finden wir vornehmlich Schimpansen oder andere Menschenaffen, denn sie sind dem Menschen so ähnlich, als dass es uns möglich ist eine eventuelle Entwicklung von Sprache nachzuvollziehen. Doch schon hier stoßen wir auf ein Hindernis: Primaten besitzen keine Stimmbänder die mit einer menschlichen Sprache kompatibel wären, wir müssen in diesem Falle also Sprache getrennt von ihrer verbalen Komponente betrachten.

Washoe, ein Schimpanse, wurde über 4 Jahre hinweg mit der American Sign Language erzogen. Nach diesen 4 Jahren beherrschte sie ca. 80 Zeichen, welche sie beschränkt aber doch miteinander kombinieren konnte. Ein anderer Schimpanse, Sarah, wurde auf eine andere Weise instruiert: Sie lernte bestimmte Plastikchips von verschiedenen Formen und Formen voneinander zu unterscheiden, wobei jeder dieser Chips eine distinkte Bedeutung aufwies. Um menschliche Sprache zu simulieren war die Beziehung zwischen dem einzelnen Chip und der Bedeutung vollkommen beliebig gewählt. Einem weiteren Schimpansen, Lana, wurde eine andere Form von Sprache beigebracht: Sie lernte auf einem Monitor verschiedene Symbole auszuwählen, die eine bestimmte wiederum beliebig gewählte Bedeutung hatten. Sowohl Lana als auch Sarah waren in der Lage Objekte in Beziehung zueinander zu stellen und auf Fragen mithilfe des beschränkten Vokabulars zu reagieren. Sie sind ein Beweis dafür, dass auch Primaten zumindest die rudimentärsten Funktionen der menschlichen Sprache erlernen können. Doch ist dies noch lange nicht Beweis genug um die Theorie der Universalgrammatik fallen zu lassen und sich auf die Suche nach einer anderen besseren Alternative zu machen: Denn auch wenn die Affen menschliche Sprache erlernen und ausüben konnten, so erklären die Experimente nicht wie es dem Menschen möglich ist mit einem derartig geringen Aufwand Sprachen zu erlernen.

Human children appear to acquire language with impressive ease, and without the intensive and directed regime of instruction which the chimpanzees were subjected to. The fact that so much effort was needed to induce even rudimentary linguistic behaviour might itself be taken as indication that the subjects lacked the capacity to learn. (Widdowson 2000: 10)

Man kann also sagen, dass Sprache eine generisch einzigartige Errungenschaft sein mag, man lehnt sich jedoch bereits aus dem Fenster, wenn man davon spricht, dass Sprache eine genetisch einzigartige Errungenschaft ist. Das eine ist mit fast vollständiger Sicherheit zu behaupten, während die andere Annahme in welcher Art und Weise man es auch ausdrücken mag, eine kontroverse Aussage bleibt. Eine kontroverse Aussage, die nichtsdestoweniger eine für die Linguistik wichtige Entwicklung darstellte. Denn auch wenn es wissenschaftlich nicht zweifelsfrei erwiesen ist, ob der Mensch tatsächlich eine solche genetische Prädisposition besitzt, so lassen sich viele linguistische Phänomene mithilfe der Universalgrammatik erklären, die ansonsten nicht zu erklären wären. Die Universalgrammatik erlaubt uns beispielsweise zu erklären wieso Kinder mit derartiger Leichtigkeit Sprachen erlernen. Ein Kind erlernt innerhalb kürzester Zeit  eine komplexe Grammatik, welche weit darüber hinausgeht, was das Kind möglicherweise wahrgenommen haben kann. Sie nehmen also nicht einfach das auf, was ihnen gegeben wird, wie es beispielsweise ein Papagei tut, nein, sie nutzen die um sie herum gesprochene Sprache um eine Grammatik zu konstruieren, die sie in keinem Falle aus der geringen Menge an Daten, die ihnen zur Verfügung standen, ableiten hätten können. Das Gehirn eines Kindes ist also nicht die „tabula rasa“, für die es solange gehalten wurde. Nachfolgende Forschungen bestätigten diese Annahme: Nur einige wenige Tage alte Kinder können zwischen Phonemen jeder beliebigen Sprache unterscheiden und haben offensichtlich bereits einen angeborenen Mechanismus, der dazu dient die Töne der menschlichen Stimme voneinander zu unterscheiden. Schon vor dem 5. Geburtstag können Kinder konsistente Sätze sowohl produzieren, als auch interpretieren, mit denen sie nie vorher in Berührung kamen. (Vgl. Tool Module: Chomsky’s Universal Grammar)

Acquisition is not, or at least not only, a matter of accumulation but also of regulation. So where does this capability for regulation come from? (Widdowson 2000: 12)

Es wird angenommen, dass diese Regulation durch einen Apparat der bereits vor dem Beginn des Prozesses des Sprachenerwerbs existierte, ermöglicht wird. Ein solcher Apparat wird als Language Acquisition Device bezeichnet, dieser Apparat reguliert den Prozess in welchem das Kind Regeln, in die Sprachdaten denen es ausgesetzt ist, einführt. Die zugrundeliegende Idee ist also, dass der Mensch um im Zuge des Spracherwerbs ausreichend Informationen zur Verfügung zu haben auf eine Universalgrammatik, auf in welcher Form auch immer angeborene Information, angewiesen ist.

Universalgrammatik

Nach dem wir herausgefunden haben, dass die Universalgrammatik eine Notwendigkeit ist um bestimmte linguistische Phänomene adäquat zu erklären, will ich mich im Folgenden genauer mit den zugrundeliegenden Ideen auseinandersetzen.

Die Universalgrammatik umfasst im Gröberen das, welches allen sich natürlich entwickelnden Sprachen gemein ist. Diese Gemeinsamkeiten werden zumeist als Universalien bezeichnet und lauten wie folgt:

  • Eigenschaften von Sprachen, wie z.B. dass alle natürlich auftretenden Sprachen gesprochen werden, oder etwa, dass Laute sich durch Modifikationen des Luftstroms im Ansatzrohr bilden (wobei hier zwischen Vokalen und Konsonanten unterschieden werden muss: Vokale etwa passieren frei, während Konsonanten zusätzlich modifiziert werden). Hinzu kommt, dass Sprachen Mittel aufweisen um dem Sprecher zu ermöglichen, sich auf sowohl reale, als auch gedachte Gegenstände, sowie reflexiv ebenso auf sich selbst zu beziehen. Sprache weist allgemein die Möglichkeit auf zu fragen, zuzuschreiben, zu beschreiben, aufzufordern oder zu erzählen.
  • Grammatische Beschreibungskategorien: Distinktive Merkmale von Phonologie und Semantik, sowie die Unterscheidung zwischen Substantiv und Verbum. Hinzu kommt der sprachfixierende Topik-Parameter (damit gemeint ist die Platzierung bzw. Akzentuierung des Topiks [vgl. engl. ‚Topic‘] innerhalb eines Satzes): hierbei unterscheidet man zwischen einer initialen Topik-NP mit dem sie kommentierenden Rest, wie im Japanischen, oder nicht, z.B. im Englischen aber auch Deutschen. Bspw.: Luckily a baby was born. (Englisch) im Vergleich zu: Inu wa hasitte iru. (Japanisch) – Hund (Topik-NP) rennt. Wa fungiert in diesem Fall als Anzeiger für den Topik-Parameter, im Japanischen ist der Topik-Parameter in jedem Falle von einer Postposition bestimmt. (Vgl. Krifka 2001
  • Die Fundamente aller Sprachen, diese basieren auf den formalen Regeln des Schließens (wenn…, dann…) oder gehen aus zugrundeliegenden kognitiven Gesetzmäßigkeiten hervor (vor allem in der Psychologie behandelt). Zudem liegt dem Sprachapparat, bzw. dem Spracherwerb eine für diese Aufgabe spezialisierte genetisch gegebene Prädisposition zugrunde. Diese ist im Kindesalter für den Erwerb von Erst- bzw. Muttersprachen notwendig, es ist bislang allerdings ungeklärt inwieweit diese Ausstattung auch für das Erlernen von Zweit- bzw. Fremdsprachen dienlich ist. (Vgl. Hoffmann 2005)

Die Universalien betrachtend, erscheint der große Teil des Forschungsbereichs der Linguistik in Wahrheit von der Universalgrammatik abzuhängen und ist nicht einzelsprachlich orientiert. Im Zentrum der universalgrammatischen Tradition steht vielmehr, als in jeder anderen linguistischen Tradition, nicht ein bedeutender Text und dessen Rezeption im Zentrum, sondern die Autorität einer Person sinnbildlich für diese Entwicklung innerhalb der Linguistik. Noam Chomsky hat die Linguistik insofern revolutioniert, als dass er methodisch die Annäherung an die Naturwissenschaften suchte, währenddessen aber deren experimentelle Methodologie außer Acht ließ. Er trieb die Emanzipation der Sprachwissenschaften als Ganzes von der ehemals mit Linguistik synonym verwendeten deskriptiven Grammatik voran. Seine Methodik entfernte sich, letztendlich, derart weit von der Untersuchung des Sprachkorpus und des Sprachgebrauchs, sodass schließlich auch der Terminus ‚Sprache‘ nicht mehr anwendbar scheint.

Sprachen, das sind Einzelsprachen mit unklarer Außen- oder Binnenabgrenzung, denkt man ans Chinesische oder die Dialekte des Deutschen oder Englischen, die von Jägern und Sammlern erforscht und hinsichtlich Geschichte, aktuellem Gebrauch und zentralen wie peripheren Einzelphänomenen charakterisiert werden. Das ergibt Materialsammlungen, die bestenfalls „beschreibungsadäquat“ sind, aber eine Erklärung der sprachlichen Seite des menschlichen Geistes verfehlen. (Hoffmann 2005)

Es ist ebendiese Erklärung des menschlichen Geistes auf die Chomsky abzielt, indem er die Basis linguistischer Anwendungen zu finden sucht. Laut seiner Theorien ist bereits die Frage nach der Sprache nicht valid, er bezeichnet Sprache vielmehr als „Epiphänomen“. Als die Basis der linguistischen Kategorien ersann Chomsky seine Universalgrammatik, wobei er betont, dass das antreibende Konzept nicht die Sprache, sondern vielmehr die Grammatik ist.

Ich sollte erwähnen, daß [sic!] ich den Begriff „Sprache“ verwende, um ein individuelles Phänomen zu bezeichnen, ein im Geist/Gehirn eines einzelnen Individuums repräsentiertes System. Wenn wir der Frage genau genug nachgehen könnten, würden wir herausfinden, daß [sic!] keine zwei verschiedenen Personen, nicht einmal eineiige Zwillinge, die in derselben sozialen Umgebung aufwachsen, in diesem Sinn exakt dieselbe Sprache miteinander teilen. Zwei Personen können in dem Maß miteinander kommunizieren, in dem ihre Sprachen einander hinreichend ähnlich sind. Im Gegensatz dazu haben wir, wenn wir im gewöhnlichen Sprachgebrauch von einer Sprache reden, eine Art von sozialem Phänomen im Sinn, ein Merkmal, das von einer Gemeinschaft geteilt wird. (…) Es ist fraglich, ob wir eine kohärente Beschreibung davon geben können, wie der Begriff tatsächlich verwendet wird. Das ist für den normalen Sprachgebrauch kein Problem. (…) Aber wenn wir eine ernsthafte Untersuchung der Sprache betreiben, benötigen wir eine gewisse begriffliche Präzision (…), ebenso wie die Physik Begriffen wie „Energie,“ „Kraft“ und „Arbeit“ eine präzise technische Bedeutung zuweist, die von den ungenauen und reichlich unklaren Konzepten des alltäglichen Gebrauchs abweicht. (Chomsky 1996: 35f. zitiert nach: Hoffmann 2005)

Chomsky verfolgt eine den Naturwissenschaften entlehnte Strategie um seine Argumente zu überprüfen. Dabei schließt er aus Beobachtungen auf die Existenz einer zugrunde liegenden Größe, er arbeitet also induktiv (der Schluss vom Besonderen zum Allgemeinen), wie in der Biologie üblich. Diese Größe will Chomsky im angeborenen Sprachvermögen gefunden haben. Im nächsten Schritt definiert er Termini mit denen er seine Erkenntnisse eindeutig bezeichnen kann, so prägt Chomsky bspw. die Begriffe „competence“ sowie „language faculty“. Nun macht sich Chomsky daran, den Begriff der „language faculty“ näher zu erläutern bzw. auf ein wissenschaftliches Fundament zu heben.

Chomsky findet seinen Gegenstand nicht in einem externen Zeichensystem, sondern in einem natürlichen Objekt, das zur Biologie des Menschen gehört. Es ist die “language faculty”, das Sprachvermögen als natürliche und angeborene humanspezifische Eigenschaft. Gern spricht Chomsky auch von der “i-language”, der “internen, individuellen, intensionalen Sprache” im Gegensatz zur “externen Sprache” (“e-language”), die als beobachtbares Sprachverhalten unserem Alltagsverständnis von Sprache korrespondiert, aber wissenschaftlich so uninteressant ist wie eine Torte für den Kreis der Geometrie. (Hoffmann 2005)

Chomsky geht so weit zu sagen, dass die Sprachen der Welt de facto nur „Variationen über ein einziges Thema sind“ (Hoffmann 2005). Um sein Argument darzulegen greift er auf die deskriptive Grammatik zurück und meint, dass ihre Verschiedenheit rein auf ihre Oberfläche, ergo auf die Zuordnung von Geräusch und Bedeutung beschränkt ist.

Die Universalgrammatik verdankt ihre Existenz der Ausstattung des Menschen, in Form eines aufgabenorientiertem Moduls, dem Language Acquisition Device. Dank diesem kann jeder Mensch die Sprache, der er in seiner unmittelbaren Umgebung ausgesetzt ist erwerben, ohne dass bestimmte Voraussetzungen notwendig wären (mit ein Grund wieso man in diesem Kontext nicht vom Erlernen einer Sprache spricht). Dieser Prozess des Spracherwerbs, entfaltet sich, analog z.B. zum Sehapparat, vollautomatisch bis zu einem gewissen Alter – die angenommene Altersspanne für das problemfreie Erwerben einer Sprache reicht bis ca. zum 6. Lebensjahr. Man muss allerdings feststellen, dass das Kind keine Sprache erwirbt, vielmehr erwirbt es eine spezifische Form einer Ursprache, eine speziell ausgeprägte Grammatik die es befähigt in Kontakt mit der Umgebung zu treten. Um hierzu Chomsky zu zitieren: „Zwei Personen können in dem Maß miteinander kommunizieren, in dem ihre Sprachen einander hinreichend ähnlich sind.“ So spricht auch das Kind nicht ein- und dieselbe Sprache wie dessen Eltern, sondern es erwirbt eine bestimmte Form, die in der sozialen Umgebung Vorbedingung für eine effektive Kommunikation ist.

Was das Kind erwirbt, ermöglicht ihm, „von begrenzten Mitteln unbegrenzten Gebrauch“ zu machen. Dies auf Humboldt zurückgehende Diktum wird analog zu formalen Sprachen, die Rekursion enthalten, bzw. zur Unendlichkeit etwa der natürlichen Zahlen verstanden – nicht als Prinzip der unbegrenzten Reichweite einer Sprache. (Hoffmann 2005)

Seit den achtziger Jahren hat sich die Idee der Universalgrammatik zunehmend durchgesetzt. Mit einherging die Annahme, dass diese aus allgemeinen und unveränderlichen Prinzipien besteht, diese gälten für alle Sprachen und ließen somit die Ableitung adäquater Grammatiken zu. Allerdings lassen diese Prinzipien genug offene Stellen, die das einzelne Kind durch soziale Interaktion, durch die Konfrontation mit verschiedenem Verhalten zu füllen hat. Eine solche Interaktion löst eine Kettenreaktion aus: So kann sich die Grammatik einer Sprache schnell aufbauen, ohne dass alle Informationen aus der Interaktion hervorgehen müssen. Aus jedem Parameter der festgelegt wird folgen weitere, aus denen wiederum Festlegungen erfolgen. Verschiedene Festlegungen führen demzufolge zur Ausprägung verschiedener Sprachen. Für das Kind zu lernen bleiben also nur die Eigentümlichkeiten der Morphologie und allfällige Idiome. Eine Analogie dazu: Nehmen wir an, wir würfelten mit einem Paar von Würfeln. Schon bevor wir die Würfel werfen, wissen wir das das Resultat sich innerhalb von 2-12 einstellen wird. Niemand würde wetten, dass die Augenzahl 1000+ beträgt.

Infolgedessen ist, wie Chomsky es nennt, „Platons Problem“ lösbar. Das angeeignete sprachliche Verständnis ist nicht alleine durch Erfahrung zu erlangen, dementsprechend muss es ein vorgegebenes Wissen geben, Chomsky nennt dies das „poverty of stimulus“ Argument. Plato verdeutlicht dies in seinem Dialog „Menon“, in diesem bringt Sokrates einen Sklaven dazu ein Quadrat der doppelten Fläche des vorherigen zu konstruieren, ohne dass dieser ein bewusstes Wissen über diesen Gegenstand verfügt. (Vgl. Hoffmann 2005)

Der Gegenstand der Linguistik ist, der Universalgrammatik zufolge, eben nicht eine Einzelsprache, sondern vielmehr das Wissen, der innere Mechanismus, welcher vorgegeben ist und im Einzelnen das Sprechen und die Sprache erzeugt. Dieser innere Mechanismus konstruiert aus dem bereits vorhandenen Wissen und dem Input, der sich aus der Interaktion ergibt eine Einzelsprache.

In these terms we can develop a concept of „knowledge of language“that is appropriate for the inquiry into language and mind; namely, mastery and internal representation of a specific I-language. The linguist’s grammar is a theory of the I-language, and universal grammar is the theory of the initial state of the language faculty. Jones’s I-language is one particular mature state – or output, regarding the language faculty as a function that maps evidence into I-language. What about the concept language? We might simply understand languages as I-languages, thus taking language to be something like „a way of speaking“, the „finite means“ that provide for „infinite use“ in the terms of Wilhelm von Humboldt’s characterization of language (1836:122, paragraph 13; 1988:91; see also Chomsky 1964:17), also an effort to capture his concept of language as a „process of generation“ rather than a set of „generated objects“. (Chomsky 2000: 73, zitiert nach: Hoffmann 2005)

Literaturverzeichnis

Hoffmann, L. (2005). Universalgrammatik. Dortmund.

Krifka, M. (2001). Topik und Fokus. Berlin.

Tool Module: Chomsky’s Universal Grammar. (kein Datum). Abgerufen am 23. 01 2011 von http://thebrain.mcgill.ca/flash/capsules/outil_rouge06.html

Universal grammar: Wikipedia. (8. 10 2010). Abgerufen am 27. 11 2010 von http://en.wikipedia.org/wiki/Universal_grammar

Widdowson, H. (2000). Linguistics. Oxford: Oxford University Press.