George Pal „The Time Machine“

von sophilos

What have you done? Thousands of years of building and rebuilding, creating and recreating so you can let it crumble to dust. A million years of sensitive men dying for their dreams… FOR WHAT? So you can swim and dance and play. (Pal 1960)

George und die Zeitmaschine

George und die Zeitmaschine

George, ein junger Wissenschaftler, hat eine Zeitmaschine erfunden und in seinem Drang, Neues zu erfahren, benutzt er diese, um durch die Zeit zu reisen, um die Entwicklung der Menschheit nach dem viktorianischen Zeitalter zu beobachten. Er nimmt wahr, wie Vernichtung und Verfall einhergehen mit technologischem Fortschritt, sieht, wenn auch nur indirekt, die Zerstörung durch den Ersten Weltkrieg, mit seinen Gasattacken und tiefen Stellungskriegen. Er sieht die Zerstörung, die die Kriegsmaschinerie des Zweiten Weltkriegs anrichtet, und schließlich wird er auch Zeuge des Dritten Weltkriegs, der in der vollkommenen Zerstörung der menschlichen Zivilisation, wie sie davor existierte, mündet. Die Trümmer seines Hauses sehend, entscheidet sich George, noch weiter in die Zukunft zu reisen, in der Hoffnung, dass der Mensch letztendlich doch seine Kriegstreiberei einstellt und in Frieden und Wohlstand leben kann.

Doch im Jahr 802701 findet er nur ein vermeintliches Eden, die friedlichen Eloi, denen alles gegeben wird und die nichts weiteres zu tun gedenken als sich ganz ihrer Muße hinzugeben, sind zwar menschlich, doch fehlt ihnen all das was für George den Menschen auszeichnet: Ehrgeiz, das Streben nach Wissen, die Fähigkeit zu reflektieren, all diese Eigenschaften sind verloren gegangen. Zu Recht stellt sich George die Frage, wie es einem solchen Volk noch möglich ist zu überleben, er erhält eine Antwort, die ihn all seiner Illusionen beraubt und ihm beinahe das Leben kostet: Unter der Erde leben die Morlocks, eine zweite vom Menschen abstammende Spezies, welche die Elois am Leben erhalten, um sie schlussendlich zu verspeisen. Es reicht das Signal einer Sirene, um die willenlosen Eloi in die Hände der Morlocks zu treiben. Doch es gelingt dem Zeitreisenden eine Gruppe von Elois gegen die Morlocks zu mobilisieren, zum Kampf gegen ihre Prädestination aufzurufen und sie zum Sieg gegen die Feinde zu führen. (Vgl. Pal 1960)

Die Morlocks

Die Morlocks

Mit der Skepsis der Dekadenz, die den Verfall und den Niedergang der Menschheit feiert, angetrieben von pessimistischer Kulturkritik, macht der Ich-Erzähler das Streben nach Perfektion und Idealität für das oberflächlich schöne, aber marode „Paradies“ der Zukunft verantwortlich. (Marschall 2007: 132)

Die Utopie, in die sich George begibt, erinnert in ihrer Struktur, ihrer Organisationsform an die frühen literarischen Utopien, wie sie von Thomas More geprägt waren: Allen Menschen ist das Gleiche gegeben – weder in Kleidung noch in Verhalten unterscheiden sich die Geschlechter, es gibt keinen Staat und kein Eigentum, niemand muss für sein Auskommen arbeiten. Doch in Pals Zukunftsvision wird der Begriff Utopia für wahr genommen, ist doch Utopia griechisch für „kein Ort“, und so stellt sich auch die Utopie in THE TIME MACHINE als zutiefst fehlerhaft heraus und George muss schließlich einsehen, dass es kein vom Menschen geschaffenes Paradies geben kann.

George muss zudem auf seiner Reise all die Gräuel durchleben, die seine Generation betreffen sollten: Erster und Zweiter Weltkrieg und schließlich auch die Zerstörung seiner Welt durch einen Atomkrieg. Vor diesen Aussichten flüchtend begibt er sich in eine Zukunft, die er nicht einzuschätzen in der Lage ist. Es ist auch diese Ungewissheit, die Offenheit der Zukunft, die George wiederzufinden sucht, weiß er doch nun bereits, welche Ungeheuerlichkeiten seine Generation und die Generationen danach befallen werden. Doch im Jahr 802701 findet er eine Zukunft vor, die ebenso abscheulich ist, alles Gute und Schöne ist hier nur Produkt einer Hackordnung: Menschen werden getötet, bevor sie Krankheiten oder gar dem Alter anheimfallen könnten, und so sind Gleichheit und Wohlhaben nur Ergebnis eines ständigen Aussortierens. Während der Zeitreisende im Original nicht mit den Einheimischen kommunizieren kann, zu primitiv sind inzwischen ihre Gehirne, wird er in der Version von Pal zu einem Aufklärer und Erleuchter, er bringt Sprache und Kultur zurück in das Leben der in einem goldenen Käfig lebenden Menschen. George ist der ideale Mann: Er ist intelligent, hat klare moralische Vorstellungen, ist kräftig, hat seine Hoffnung noch nicht verloren und glaubt auch weiter an die Möglichkeit einer Utopie, er ist zu Zorn fähig und ist in der Lage, sich mithilfe dieses Zorns gegen die herrschenden sozialen Ungerechtigkeiten aufzulehnen. Zuletzt wird er zum Adam einer neuen Menschengeneration, nach der Revolution, dem Aufbegehren der ausgenutzten, wird er zwar kurz in seine Zeit zurückkehren, doch schon bald kehrt er um der Liebe zu einer Frau willen zurück. George repräsentiert den Idealismus und die Aufbruchsstimmung innerhalb des Science-Fiction Films zu Anfang der sechziger Jahre, als dieser sich gerade von den düster-grauen Visionen der fünfziger Jahre distanzierte. (Vgl. Marschall 2007: 129-133)

Doch im Jahr 802701 findet er nur ein vermeintliches Eden, die friedlichen Eloi, denen alles gegeben wird und die nichts weiteres zu tun gedenken als sich ganz ihrer Muße hinzugeben, sind zwar menschlich, doch fehlt ihnen all das was für George den Menschen auszeichnet: Ehrgeiz, das Streben nach Wissen, die Fähigkeit zu reflektieren, all diese Eigenschaften sind verloren gegangen. Zu Recht stellt sich George die Frage, wie es einem solchen Volk noch möglich ist zu überleben, er erhält eine Antwort, die ihn all seiner Illusionen beraubt und ihm beinahe das Leben kostet: Unter der Erde leben die Morlocks, eine zweite vom Menschen abstammende Spezies, welche die Elois am Leben erhalten, um sie schlussendlich zu verspeisen. Es reicht das Signal einer Sirene, um die willenlosen Eloi in die Hände der Morlocks zu treiben. Doch es gelingt dem Zeitreisenden eine Gruppe von Elois gegen die Morlocks zu mobilisieren, zum Kampf gegen ihre Prädestination aufzurufen und sie zum Sieg gegen die Feinde zu führen. (Vgl. Pal 1960)